Dienstag, 7. Juni 2005
Großherzog Henri lobt Zusammenhalt der Region
![]() Der vierjährige Frederik Koch und die fünfjährige Eva Hill überreichen Großherzogin Maria Teresa als Willkommensgruß einen Blumenstrauß in den Farben der Stadt. Großherzog Henri (2. v. r.) freut sich mit Gisela und Helmut Schröer (1. und 4. v. r.) über die Geste. |
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Am Grab von Kurfürst Balduin
Nach den Honneurs nahm sich das Großherzogliche Paar Zeit für ein Bad in der Menge und kurze Gespräche mit den Zuschauern. Während des Gangs von der Porta Nigra zum Hauptmarkt erläuterte OB Schröer den Gästen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Anschließend wurden Henri und Maria Teresa vor dem Dom von Bischof Dr. Reinhard Marx und Dompropst Werner Rössel begrüßt. Marx geleitete die Königlichen Hoheiten direkt in den Westchor zum Grabmal des Balduin von Luxemburg, der als bedeutendster Trierer Kurfürst und Erzbischof im Mittelalter gilt und die gemeinsamen geschichtlichen Wurzeln des Großherzogtums und der Stadt Trier personifiziert.
Am Nachmittag standen ein Besuch in der Konstantins-Basilika, ein Gang durch den Palastgarten sowie eine Führung durch die Ausstellung des „Egbert-Codex“ in der Stadtbibliothek auf dem Programm.
Foto-Impressionen
Von einem „wichtigen Tag mit großer Symbolkraft für Trier“ sprach Oberbürgermeister Helmut Schröer in seiner Begrüßungsrede beim anschließenden Bürgerempfang für das Großherzogliche Paar in den Viehmarktthermen. „Wir sind stolz, dass Sie uns als Freunde besuchen“, betonte der OB. Schröer erinnerte an die wechselvollen historischen Beziehungen zwischen Trier und Luxemburg. Es gebe viele gemeinsame Wurzeln, die während des heutigen Besuchs deutlich geworden seien und von der „engen Verbindung zwischen Trier und Luxemburg“ zeugten. Darüber dürften aber die Verbrechen, die vom nationalsozialistischen Deutschland gerade auch in Luxemburg begangen worden seien, nicht vergessen werden. „Die Erinnerung bleibt unser Auftrag. Das sind wir den Opfern schuldig, aber auch den nachkommenden Generationen, damit sich so etwas nie mehr wiederholt“, sagte Schröer.
Großherzog Henri: "Trier ein Magnet für die Luxemburger"
„Für die meisten meiner Landsleute ist die älteste Stadt Deutschlands kein Neuland“, stellte Großherzog Henri in seiner Ansprache fest. Trier habe sich allmählich zu einem „Magneten“ entwickelt, insbesondere an den luxemburgischen Feiertagen, die regelmäßig zu Besuchen in der Nachbarstadt genutzt würden. Augenzwinkernd fügte er hinzu: „Und zittern wir Luxemburger nicht im Gegenzug am Tag der Deutschen Einheit angesichts der massiven Präsenz unserer lieben Nachbarn, für die das Großherzogtum schon lange kein Ausland mehr ist?“ Dieser alltägliche Zusammenhalt der Menschen und Städte in der Großregion sei ein klares Gegenargument zum wieder auflebenden Europapessimismus, unterstrich Henri. Gemeinsam werde man auf jeden Fall mehr erreichen als jeder für sich alleine. „Davon sind alle betroffen: Handel wie Industrie, Universität wie Forschung, Kultur wie Tourismus. Zusammen besitzen wir eine erstaunliche Vielfalt an Kreativität und Geistesgesellschaft.“
OB Schröer lud die Königlichen Hoheiten anschließend ein, sich im Goldenen Buch der Stadt Trier zu verewigen. Danach stand Geschenke-Austausch auf dem Programm: Zur Erinnerung an den Besuch in Trier überreichte Schröer dem Großherzog eine Faksimile-Ausgabe des Egbert-Codex. Henri seinerseits überreichte dem Stadtoberhaupt eine Löwen-Plastik von Auguste Tremont. Mit Small-Talk im Kreise der 200 geladenen Gäste und der „Wilhelmus“-Hymne, diesmal gespielt von Schülerinnen des Angela-Merici-Gymnasium, klang der offizielle Teil des Besuchs aus. Vor der Rückfahrt nach Luxemburg stand noch eine private Besichtigung der früheren Abtei St. Maximin, der in der wechselvollen gemeinsamen Geschichte aufgrund eines Tauschakts von 963 mit Graf Siegfried von Luxemburg eine besondere Bedeutung zukommt, auf dem Programm.
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